Calliope mini

Der Calliope mini kann bei verschiedenen Anbietern im Internet für zurzeit deutlich über 40 € erworben werden. Er wird mit einem USB-Kabel, zwei AAA-Mignonzellen und dazu passendem Batteriehalter samt Kabel und Stecker ausgeliefert.

Im Unterschied zu anderen Mikrocontroller-Platinen sind hier neben dem Prozessor weitere Sensoren und Aktoren verbaut. Am auffälligsten neben den Konnektoren sind eine Matrix aus 25 LEDs, eine RGB-LED und zwei Schaltknöpfe.

Verbindet man den Calliope über das USB-Kabel mit einem Computer, wird man von einer Laufschrift und blinken Pfeilen auf der LED-Matrix begrüßt, die dazu auffordern, die Schaltknöpfe zu betätigen.

Von einem Windows-Rechner wird der Calliope mini wie ein normaler USB-Stick erkannt und im Explorer als Laufwerk mit der Bezeichnung „MINI“ angezeigt.

Der Calliope mini hebt sich durch seine Ausstattung mit Sensoren und Aktoren von vielen anderen Experimentalplatinen ab. Leitend für diese Umsetzung war wohl der Gedanke, mit geringem Materialaufwand viele Programmiergelegenheiten schaffen zu können.

Ob damit dem Anspruch der Calliope-Entwickler*innen Rechnung getragen werden kann, allen Schulkindern am Anfang ihrer Bildungslaufbahn erfahrbar zu machen, dass sie in der digitalen Welt Gestalter*innen sein können und nicht nur Konsument*innen, soll dahingestellt bleiben.

Die auf der Calliope-Homepage verlinkten Projekte überzeugen nur wenig. Oft ist das Programmieren Selbstzweck und dient weder der Optimierung von Dingen noch von Prozessen.

Beispielsweise dürfte ein digitaler Eierlauf für Kinder enttäuschend sein, wenn sich nach dem Programmieren herausstellt, dass das Bastelobjekt für einen Eierlauf weniger taugt als das Ei selbst. Auch werden sich Kinder nicht ernstgenommen fühlen, wenn sie durch Programmierung eines Mikrocontrollers den Füllstand eines Messbechers ermitteln sollen und weder die Messwerkzeuge noch die Anzeige annähernd die Genauigkeit erreichen, die durch Augenmaß oder mit dem Eintauchen eines Zentimetermaßes zu erzielen wäre.

Um sich selbst vertrauter zu machen mit der Programmierung des Calliope minis mögen solche Beispiele taugen, ob sie aber Eingang in den Unterricht finden sollten, bedarf einer sorgfältigen Prüfung.


Achtung: Es sind unterschiedliche Versionen des Calliope mini im Umlauf: Bei der Version 1. 3 gibt es in der obersten Reihe sechs statt wie bisher 5 Pins. Hinzugekommen ist ein GND-Pin.

Ein weiterer Pin macht den Unterschied zwischen den Versionen 1.0 und 1.3. Zurzeit aktuell ist die Version 2.0. Näheres hier

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