Allgemein

Covid19 und Schule

Der Start ins neue Schuljahr 20/21 in der Albertus-Magnus-Schule in Viernheim (Hessen) war holprig. Zwei Schüler aus der Jahrgangsstufe 10 und 11 waren positiv auf das Coronavirus getestet worden. Also mussten gleich zwei ganze Jahrgangstufen zu Hause bleiben – einige Schüler*innen sogar in Quarantäne gehen. Das sei ein Schock gewesen, sagte Schulleiterin Ursula Kubera gegenüber der Hessenschau. Inzwischen herrsche aber eine größere Gelassenheit vor, weil abgeschätzt werden könne, was das Coronavirus für die Schule bedeute. Normal finde sie diesen Zustand aber noch nicht. Mit Sorge blicke sie auf Herbst und Winter, wenn die Fenster wegen der Kälte nicht ständig offen sein können. Ihr Wunsch wäre es, schon nochmal darüber nachzudenken, so eine Lösung wie vor den Sommerferien zu finden – also…

Schule digital und von Zuhause.

In Anlehnung an den obigen Gedanken sind die nachfolgenden Ausführungen ein Versuch, Rahmenbedingungen für das Gelingen eines solchen Unterrichts festzulegen. Wie könnten die im Einzelnen aussehen?

  • ein verlässlicher Zugang zum Internet über einen Access-Point
  • ein digitales Endgerät1) mit Mikrofon und Kamera zur ausschließlichen Nutzung durch die Beteiligten, damit diese sich jederzeit ins Internet einwählen können. Ein Headset ist wünschenswert.
  • eine sichere und auf eine frei bestimmbare Zahl von Teilnehmer*innen zugeschnittene Lernplattform:
    • auf die bzw. von der Text-, Bild- und Videodateien hoch- und heruntergeladen werden können
    • auf der über Chats, besser über Audio- und optimal über Videosessions konferiert werden kann
    • über die Mitglieder gruppenspezifische und individuelle Emails mit Anhängen senden und empfangen können
    • von der aus Lehrkräfte Zugriff auf die Rechner der eingebundenen Schüler*innen nehmen können (Remote Control), um unter deren Augen Einstellungen vorzunehmen oder sonstige Hilfen geben zu können
    • die Rahmen und Werkzeuge zur Gestaltung von Internetseiten bereitstellt, damit Lehrkräfte eigene Übungen generieren können, die auf Lernplattformen wie „Anton“ oder „Sofatutor“ nicht oder nicht hinreichend verfügbar sind

Bereits bestehende web-basierte Lernumgebungen wie „schulcommsy“ in Schleswig-Holstein, die kostenfrei zur Verfügung stehen, werden den oben genannten Anforderungen nur ansatzweise gerecht. Besser aufgestellt ist da beispielsweise das Braunschweiger Unternehmen „iserv“ , dessen Produkte allerdings kostenpflichtig sind: 500€ Einrichtung zuzüglich einer jährlich zu entrichtenden Grundgebühr von 250€ und Beiträgen zwischen 4 und 6€ pro Schüler*in und Jahr. Wer sich ein Bild von der Funktionsfähigkeit solcher Systeme machen will, sei auf „Youtube“ verwiesen, wo über die Suchen-Funktion rasch Erklärvideos gefunden werden können.

Als erster Eindruck bleibt, dass die Nutzung solcher Lernumgebungen wegen der implementierten Sicherheitsabfragen und der Funktionsvielfalt sehr erklärungsbedürftig ist. Wünschenswert wäre deshalb mehr Unterstützung auf Schulebene im „digitalen Unterrichtsmanagement“ durch qualifizierte IT-Spezialist*innen sowie bundesweite „Standards“ für die Ausstattung von Bildungseinrichtungen mit Soft- und Hardware.

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1) Die „Stiftung Bildungspakt Bayern“ hat eine aufschlussreiche Abhandlung „Zum Einsatz mobiler Endgeräte im Unterricht“ veröffentlicht, die hier als Word-Datei heruntergeladen werden kann.

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