MINT - Unterricht  mit  Arduino und anderen

Primarstufe

Wenn man der Professorin und  ehemaligen Internetbotschafterin der Bundesregierung, Gesche Joost, Glauben schenkt, gehören neben neuen Formen des digitalen Recherchierens und der Mediengestaltung auch das Programmieren zum Rüstzeug, das Grundschulkindern vermittelt werden sollte. 

Die „Medienerziehung digitaler Art“ ist schon seit geraumer Zeit bedeutsam für das Bildungsgeschehen an den Grundschulen in Schleswig-Holstein. Seit dem 28. Juni 2018 sind nun die konkreten Inhalte in den „Fachanforderungen“ und der dazugehörigen Ergänzungsschrift „Medienkompetenz – Lernen mit digitalen Medien“ verbindlich festgelegt. So dürften in aller Regel Grundschüler im Umgang mit Computern geschult und mit den dazu nötigen Hardware-Kenntnissen vertraut gemacht werden. Sie lernen, was ein Betriebssystem ist, können mit Bild- und Textverarbeitungen umgehen, recherchieren im Internet, sprechen über Gefahren, die dort lauern und anderes mehr.

Dabei sollte es aber nicht bleiben. Vielmehr muss zu der Fähigkeit, digitale Medien „kritisch“ zu nutzen, noch hinzukommen, sie auch „technisch“ zu verstehen. Gemeint ist damit, dass zum Verständnis der digitalen Medien „informatische“ Grundkenntnisse nötig sind, wie sie beispielsweise beim Programmieren zur Anwendung kommen.

Über ein derart spezifisches Wissen verfügen Lehrkräfte an Grundschulen nur in Ausnahmefällen, sodass sich hier ein erheblicher Fortbildungsbedarf zeigt.

Hinzu kommt, dass die zum Programmieren erforderlichen Anwendungen oft nur über das Internet verfügbar sind, sodass eine entsprechende Ausstattung der Schulen nötig erscheint.

Dass beides - Qualifizierung der Lehrkräfte und schnelles Internet für alle Schulen -  eine Mammutaufgabe darstellt, ist auch der Bildungsadministration klar. Im Jahr 2016 hat sie darauf mit einer „Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“ reagiert.

Es wird aber wohl noch einige Zeit dauern, bis diese Pläne realisert sind. Bis dahin werden sich die Schulen auf ihre eigenen Möglichkeiten und die bestehenden Angebote besinnen müssen.