MINT - Unterricht  mit  Arduino und anderen

Coden in der GS

Wenn man der Professorin und  Internetbotschafterin der Bundesregierung, Gesche Joost, Glauben schenkt, gehören neben neuen Formen des digitalen Recherchierens und der Mediengestaltung auch das Programmieren zum Rüstzeug, das Grundschulkindern vermittelt werden sollte. 

Das Thema Medienerziehung ist im Grundschullehrplan SH fest verankert und folglich auch Teil des Unterrichts – und das nicht nur an Schulen, die sich 2015 am Modellschul-Projekt „Lernen mit digitalen Medien“ beteiligt haben. So werden in aller Regel schon Erstklässler im Umgang mit Computern geschult und spätestens in Klassenstufe 4 verfügen die Lernenden über einschlägige Hardware-Kenntnisse, wissen was ein Betriebssystem ist, können mit Bild- und Textverarbeitungen umgehen, recherchieren im Internet und sprechen über Gefahren, die dort lauern.

Dabei sollte es aber nicht bleiben. Vielmehr muss zu der Fähigkeit, digitale Medien kritisch zu nutzen, noch hinzukommen, sie auch "technisch" zu verstehen. Gemeint ist damit, dass zum Verständnis der digitalen Medien "informatorische" Grundkenntnisse nötig sind, wie sie beispielsweise beim Programmieren zur Anwendung kommen.

Über ein derart spezifisches Wissen verfügen Lehrkräfte an Grundschulen nur in Ausnahmefällen, sodass sich hier ein erheblicher Fortbildungsbedarf zeigt.

Hinzu kommt, dass die zum Programmieren erforderlichen Anwendungen oft nur über das Internet verfügbar sind, sodass eine entsprechende Ausstattung der Schulen nötig erscheint.

Dass beides - Qualifizierung der Lehrkräfte und schnelles Internet für alle Schulen -  eine Mammutaufgabe darstellt, ist auch der Bildungsadministration klar. Im Jahr 2016 hat sie darauf mit einer „Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“ reagiert.

Es wird aber wohl noch einige Zeit dauern, bis diese Pläne realisert sind. Bis dahin werden sich die Schulen auf ihre eigenen Möglichkeiten und die bestehenden Angebote besinnen müssen.